Die Schulabschlüsse in Großbritannien

Das Schulsystem im Vereinigten Königreich unterscheidet sich zum deutschen.

Die Einschulung erfolgt im Alter von fünf Jahren. In Deutschland liegt das Einschulalter bei 6 Jahren. Ein weiterer Unterschied findet sich auch in der Anzahl der Schuljahre. So absolvieren die Schüler in England 13 Schuljahre bis zum Abitur. In Deutschland wird das Abitur bereits in 12 Jahren abgelegt.

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Ein Überblick:

1. Die Mittelstufe: GCSE und IGCSE

a) GCSE (Mittlere Reife)

Der englische GCSE-Abschluss „General Certificate of Secondary Education“ entspricht in Deutschland der Mittleren Reife.

Innerhalb von zwei Jahren – von der 10. Bis zur 11. Klasse (9. und 10. Klasse in Deutschland) – belegen die Schüler acht bis fünfzehn Fächer.

Das Gesamtangebot umfasst dabei meist mehr als 50 Fächer. Bis zu sechs der ausgewählten Fächer sind sogenannte Kernfächer – dazu zählen unter anderem Englisch, eine Fremdsprache, Mathematik, eine Naturwissenschaft und eine Geisteswissenschaft. Hinzu kommen Wahlfächer wie Kunst, Design, Theater oder Musik. Die einzelnen Schulen bieten hier oft individuelle Fächer an.

Besonders begabte Schülerinnen und Schüler können einige GCSE-Prüfungen früher ablegen. Damit ist es ihnen möglich, einen weiterführenden Kurs in dem jeweiligen Fach zu besuchen.

b) IGCSE

Das IGCSE ist die internationale Version des GCSE und auf die Anforderungen von Schülern zugeschnitten, deren Muttersprache nicht englisch ist. Es ist möglich, die IGCSE-Prüfungen in über 120 Ländern zu absolvieren – eben auch im Vereinigten Königreich. Das IGCSE bietet ein breit gefächertes Schulprogramm, für das mehr als 70 Fächer angeboten werden.

2. Die Oberstufe

In der Oberstufe im Vereinigten Königreich gibt es verschiedene Möglichkeiten, seinen Abschluss zu erhalten.

a) A-Levels (Abitur)

Das A-Level (General Certificate of Education Advanced Level) ist neben dem International Baccalaureate (IB) der höchste Schulabschluss in Großbritannien (Abitur). Insgesamt dauert das A-Level  zwei Jahre – von der 12. bis zur 13. Klasse.

Wichtig: Im Gegensatz zum IB-Abschluss, werden die A-Levels in Deutschland nicht als allgemeine Hochschulreife, sondern als fachgebundene Hochschulreife anerkannt. Die Zulassung an einer Hochschule hängt also von der Fächerwahl ab. Wer beispielsweise beabsichtigt Mathematik oder Physik zu studieren, sollte dementsprechend auch in diesen Fächern seinen A-Level Abschluss absolvieren.

Ablauf

Während der Oberstufe wählen die Schüler drei, viele auch vier Fächer. Die Fächerwahl ist freigestellt. Jedoch wird empfohlen, sich für Fächer zu entscheiden, die den Studien- beziehungsweise Berufswunsch widerspiegeln. Oft werden bis zu 70 Fächer angeboten – darunter die klassischen Kernfächer, aber auch Fächer wie Geologie, Sportwissenschaften, Fotografie oder Medienwissenschaften. Der A-Level-Abschluss erfolgt in zwei Schritten: Nach dem ersten Jahr erlangen die Schüler und Schülerinnen den Abschluss „Advanced Subsidiary (AS)“. Im zweiten Jahr wählen die Schüler dann drei AS-Level-Fächer und erreichen damit den Abschluss A2. Beide – AS und A2 – bilden den A-Level-Abschluss. Ziel des A-Levels ist es, den Schülern wissenschaftliches Arbeiten beizubringen und damit den Übergang zum Studium zu ermöglichen.

b) International Baccalaureate

Ein weiterer Oberstufenabschluss ist das International Baccalaureate, kurz IB. Es wird seit 1968 angeboten und war ursprünglich für Diplomatenkinder konzipiert. Heute ist das IB ein internationales Schulprogramm für Schüler im Alter von 3 bis 19 Jahren. Das IB wird  von vielen Schulen weltweit – auch in Großbritannien – angeboten. Das Besondere dabei: Das System verbindet Elemente verschiedener Schulsysteme. Damit soll es international mobilen Schülern einfacher gemacht werden, die Schule zu wechseln. Abgeschlossen wird das IB mit dem IB Diploma. Der IB-Abschluss ist mit der allgemeinen Hochschulreife gleichzusetzen. Im Gegensatz zu den A-Levels, hängt die Zulassung an einer Hochschule nicht von der gewählten Fächerkombination ab.

Wer sich also während der Oberstufe nicht auf einen bestimmten Karriereweg festlegen möchte oder kann, sollte in Erwägung ziehen einen IB-Abschluss abzulegen.

Ablauf

Ein IB-Schüler muss aus sechs Fächergruppen je ein Fach belegen – mindestens drei davon im Higher Level, die übrigen davon im Standard Level. IB-Qualifikationen werden im Vereinigten Königreich immer beliebter und werden in den meisten Ländern – einschließlich dem Vereinigten Königreich – als Hochschulreife anerkannt.

http://www.ibo.org

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c) Cambridge Pre-University (Pre-U) Diploma

Bei dem Cambridge Pre-U handelt es sich um eine relativ neue Qualifikation für Schüler ab 16 Jahren. Das Pre-U erfreut sich vor allem an Privatschulen hoher Beliebtheit. Entwickelt wurde das Pre-U in Kooperationen mit Universitäten, um die Schüler für das eigenständige Lernen dort bestmöglich vorzubereiten.

Für das Pre-U wählen die Schüler aus 26 Fächern insgesamt drei aus. Diese belegen sie dann einzeln oder in interdisziplinärer Kombination. Beim Abschluss wird ein Pre-U Diploma verliehen. Die Ausbildung dauert zwei Jahre.

http://www.cie.org.uk

d) AQA Baccalaureate

Ebenfalls relativ neu ist das AQA Baccalaureate. Diese neue Qualifikation für Schüler ab 16 Jahren wird auf dem privaten Schulsektor immer beliebter.

Das Baccalaureate basiert auf dem A-Level-Abschluss inklusive drei weiteren Elementen – wie beispielsweise praktischen Projekten oder fachbezogenen Tätigkeiten, um Teamarbeit und Eigenverantwortung zu fördern.

http://www.aqa.org.uk

ANMERKUNG: Die Anerkennung der Abschlüsse

Wer an einem Internat in England einen Schulabschluss erwirbt, sollte sich natürlich auch erkundigen, ob der Abschluss in Deutschland anerkannt ist.

Diese Website leistet Hilfestellung zur Einstufung von ausländischen Qualifikationen im deutschen Bildungssystem: http://anabin.kmk.org.

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