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Internat Australien – Auslandsjahr in Down Under

Klassischerweise denkt man bei Australien als Ziel für einen Auslandsaufenthalt zuerst an Work and Travel. Doch auch Internate sind eine Überlegung wert, obwohl sie auch im wörtlichen Sinne nicht unbedingt naheliegend sind.

Internate Australien: Das Schulsystem

Während Europäern die anderen europäischen Schulsysteme zumindest ansatzweise vertraut sind, ist das beim australischen Schulsystem eher selten der Fall: Grundsätzlich handelt es sich nach britischem Vorbild um ein Gesamtschulsystem, in dem jedoch neben Mathe, Englisch und den Naturwissenschaften Sport eine herausragende Rolle spielt. Die Internate in Australien bieten ihren ausländischen Schüler an, entweder den australischen Schulabschluss zu erwerben, das High School Certificate, oder im Rahmen eines besonderen Programms das Internationale Abitur (IB) zu erwerben. Im ersten Fall bescheinigt das High School Certificate die Studieneignung in Form einer Skala von 1-25 (1 = sehr gut, 25= ausreichend). Dieser score, also die Leistungszahl, kommt durch das gewählte Niveau und die Fächerkombination zustande.

Mandarin am Internat Australien

Der Fächerkanon unterscheidet sich übrigens in einigen Punkten vom gewohnten deutschen Bild: Durch die hohe Anzahl asiatischer Schüler und die geografische Nähe zur Wirtschaftsmacht Japan können die Schüler australischer Internate als Fremdsprache nicht nur Französisch, sondern auch Japanisch lernen. Zum Teil sind auch Mandarin und andere asiatische Sprachen vertreten.

Weitere Schulfächer an Privatschulen in Australien

Die Auswahl an Fächer erleichtert ausländischen Schüler eine Entscheidung nicht gerade: Die klassischen Fächer sind natürlich dabei, aber auch BWL, Theater, Latein, Italienisch, Philosophie, Textiltechnologie oder Grafikdesign sind wählbar. Dabei ist zu beobachten, dass australische Internate auch ein gesteigertes Interesse daran zeigen, dass ihre Schüler bereits frühzeitig bei ihrer Berufswahl und dem vorangehenden Entscheidungsprozess unterstützt werden. Die Vielzahl an möglichen Fächern soll ihnen eine Spezialisierung erleichtern und sie auf die späteren Kurse an der Universität vorbereiten. Für deutsche Gymnasiasten liegt hier jedoch das Problem: Ihre Wahl sollte sich- gerade wenn sie den Internatsaufenthalt für die 10. (G8) oder 11. Klasse (G9) in Erwägung ziehen- weitgehend am deutschen Standard orientieren. Anderenfalls ist für eine Anerkennung das ausdrückliche Einverständnis und womöglich sogar eine Abklärung mit dem zuständigen Kultusministerium erforderlich.

Australische Internate: Freizeit

Je nach Internat Australien Programm unterscheidet sich das Freizeitprogramm erheblich: Eliteinternate bieten neben dem Basic-Programm aus Musik und Ballsportarten auch noch zusätzlich Kurse im Tauchen an oder ermöglichen es ihren Schülern, den Flugschein zu machen. Sie streben außerdem an, ihre Schüler zu Spitzenathleten auszubilden. Gerade für ambitionierte Schüler ist das das optimale Umfeld, um Höchstleistungen erbringen zu können, nicht nur im sportlichen, sondern auch im akademischen Bereich.

Weniger elitäre Einrichtungen dagegen halten sich an eine Mischung aus Sport, Musik und Theater, um ihre Schützlinge auch nach Unterrichtsende zu fördern und zu betreuen. Hier bauen diese nicht nur ihre sportlichen Fähigkeiten aus, sondern schließen auch oft lebenslange Freundschaften. Die Schüler werden dazu ermutigt, sich auch aktiv in sozialen, religiösen oder politischen Projekten einzubringen.

Als Eltern sollten sie unbedingt frühzeitig die Betreuung Ihres Kindes abklären. Denn am Ende jedes terms haben die Schüler einige Wochen Ferien (z.B. 6 Wochen Sommerferien ab Weihnachten). Einige Internate in Australien schließen in dieser Zeit den Internatsbetrieb und vermitteln ihre Schüler in australische Gastfamilien. Für Ihren Sohn/ Ihre Tochter kann dies eine große Bereicherung für den Aufenthalt in Australien bedeuten, jedoch kann es auch durch die weitere ungewohnte Umgebung und andere Lebensgewohnheiten zu Streitigkeiten kommen. Eine frühzeitige Klärung der Unterbringung und Betreuung bzw. der Erwartungen beider Familien kann Konflikten vorbeugen. Volljährige Schüler könnten diese Zeit natürlich auch nutzen, um ihren Internatsaufenthalt mit dem eingangs erwähnten Work&Travel zu verbinden. In Australien gibt es jedoch ungeheuer viel zu entdecken, sodass eine detaillierte Absprache, gerade auch im Hinblick auf die anfallenden Kosten, nötig sein dürfte. Bewährt hat sich diesbezüglich ein fixes Budget für Reisen, das Sie Ihrem Kind zur Verfügung stellen und mit dem es auskommen sollte. So lernt es auch gleichzeitig den verantwortungsvollen Umgang mit Geld.

Internat Australien Kosten

Im Gegensatz zu Internaten in den USA und Internaten in England sind die Kosten für ein Auslandsjahr an einem Internat in Australien deutlich günstiger. So betragen doe Internat Australien Kosten in etwa 10.000 bis 25.000 Euro pro Jahr. Zusätzlich werden noch Kosten für Ausflüge, Schulkleidung und Nachhilfeunterricht fällig. Diese sind aber auch an Internaten in den USA, in der Schweiz und in England exklusive.

Australische Internate: Bewerbungsverfahren

Ob man für einen Aufenthalt an einem australischen Internat in Frage kommt, entscheidet sich bereits frühzeitig: Viele Schulen haben eine Vorlaufzeit von fast zwei Jahren vom ersten “letter of interest“ bis zum ersten Internatstag. Hierfür notwendig ist darüber hinaus eine besonders gründliche Recherche, da die Internate auch Fragen zu Interessen und zur Persönlichkeit des möglichen Schülers stellen. So kann sichergestellt werden, dass die Schüler in diesem Internat auch optimal gefördert werden können und sich gut in die Schulgemeinschaft einfügen. Einige Internate verlangen deshalb auch einen vorangehenden Summer School- Aufenthalt. So können sie die Schüler bereits kennenlernen und die Schüler können herausfinden, ob sie sich einem längeren Auslandsaufenthalt am anderen Ende der Welt bzw. dem Internatsalltag gewachsen sehen. Dadurch ist dann auch garantiert, dass die Schüler den Auslandsaufenthalt nicht frühzeitig abbrechen. Dies würde die Eltern nämlich auch teuer zu stehen kommen, da sie ein Pfand hinterlegen müssen, das im Fall eines frühzeitigen Abbruchs einbehalten wird. Sollte das Schuljahr aber erfolgreich absolviert werden, erhalten sie dieses selbstverständlich zurück und außerdem einen Sohn bzw. eine Tochter, die wesentlich reifer und selbstständiger sind, viele Erfahrungen sammeln durften und flüssig Englisch sprechen.