Deutsch lernen in Deutschland

Um eine Sprache zu lernen, kann man durch den Lebensalltag in diesem Land bereits viele Erfahrungen machen und die grundlegenden Ausdrücke und Phrasen mitnehmen. Ständig in dieser Sprache zu kommunizieren bzw. dazu gezwungen zu sein, ist äußerst hilfreich. Doch, um für eine zusätzliche Sicherheit zu sorgen, absolvieren viele Deutschlerner zusätzliche Kurse und können durch erfolgreiches Bestehen, ihre Deutschkenntnisse auch für Arbeitgeber nachweisen.

Niveaustufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GeR)

Allgemein orientieren sich einige der Zertifikate am international anerkannten Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen. Dieser urteilt die Sprachkompetenz in die Niveaus A1, A2, B1, B2, C1 und C2. C2 steht hierbei für ein muttersprachliches oder annährend muttersprachliches Niveau, auch Sprecher, deren Ausdrucksvermögen mit dem Niveau C1 beschrieben wird, sind in der Lage nicht nur einfache Alltagskonversation zu verstehen und zu führen, sondern auch fachlich anspruchsvollen Themen zu folgen und sich dazu äußern zu können. Hierbei wird das sprachliche Können beim Hören, Lesen, Schreiben und Sprechen beschrieben. Das Niveau A1 bildet den Startpunkt für alle Fremdsprachenlerner. Sie können einfache Gespräche führen, sich also z.B. vorstellen oder Smalltalk führen. Diese Kenntnisse werden im Niveau A2 erweitert. Sprachschüler, deren Sprachkenntnisse mit B1 eingestuft werden, können sich ausführlicher und differenzierter ausdrücken, auf dem Niveau B2 auch situationsangemessen und zu vielen Themen variationsreich. So wird für Englischschüler im Gymnasium am Ende der Schulzeit z.B. das Niveau B2 als Ziel angenommen. Um allerdings an einer deutschen Universität studieren zu können, müssen mindestens Sprachkenntnisse auf dem Niveau B1-B2 vorgewiesen werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass das Studium nicht an sprachlichen Hürden scheitert.

Zertifikate

Prüfungen nach den oben genannten Niveaustufen sind sogenannte telc-Prüfungen, dabei kosten die Prüfungen auf Niveau B2-C2 zwischen 130€ und 230€. 

Eines dieser Zertifikate ist z.B. das Goethe-Sprachzertifikat, das an den Goethe-Instituten in Deutschland und im Ausland abgelegt werden kann. Auch Volkshochschulen bieten diesen Nachweis an. Die Kosten hierfür liegen zwischen 80€ und 295€. Hierfür finden sich auch viele Übungsmaterialien online auf der Seite des Goethe-Instituts.

Um an Universitäten in Deutschland angenommen zu werden, muss man ebenfalls Deutschkenntnisse nachweisen können. Hierfür dienen häufig die DaF-Zertifikate. Diese können durch eine Prüfung an einer Volkshochschule oder an der Universität erworben werden. Für die Zulassung zu einer Universität muss man mindestens Niveaustufe 4 von 5 erfolgreich bestanden haben.

Ein weiteres Zertifikat ist das DSD Sprachenzertifikat der Deutschen Kultusministerkonferenz. Dieses ist in die Stufe I (A2/B1) und die Stufe II (B2/C1) unterteilt. Dieses Zertifikat wird meist im Ausland im Anschluss an mehrjährigen Deutschunterricht erworben. Es besteht wie aus diversen Aufgabenformen wie Multiple Choice- und Zuordnungsaufgaben, Lückentexten, schriftlicher Textproduktion, Präsentationen oder Dialogen.

Lernorte

In den letzten Jahren hat sich hier eine enorme Vielfalt entwickelt. So bieten z.B. Volkshochschulen für jegliches Sprachniveau Kurse an. Diese beginnen im Februar oder September und dauern i.d.R. ca. 4-5 Monate. Darüber hinaus können die Zertifikate an Goetheinstituten, an Hochschulen oder an Schulen mit Vorbereitungsklassen absolviert werden. Eine weitere Option sind die Sprachschulen, die es in jeder Stadt gibt. Sie bieten ebenso Kurse für jedes Niveau an.

Jedoch muss man nicht zwingend vor dem Ablegen der Prüfung einen Sprachkurs in Deutschland absolviert haben. Um die Chancen zu bestehen, zu steigern, ist dies aber sicherlich sehr empfehlenswert.